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Vegane Natur- und Schlemmer-Reise nach Bad Langensalza und Mühlhausen

Artenreichtum in einem der letzten Urwälder Deutschlands

 

Warst du schon einmal im Urwald? Wir hatten im August 2018 das Vergnügen, in einem der letzten Urwälder des Landes zu wandern – dem Nationalpark Hainichwald in Thüringen. Das Besondere an dem Nationalpark, der 1997 gegründet wurde, und seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt: Hier wird der Natur einfach freier Lauf gelassen. Hauptsächlich finden sich im Wald Buchen, aber auch andere Laubbäume wie Ahorn, Linde und Esche. Das Gebiet wird nicht bewirtschaftet und Totholz kann liegen bleiben, die natürlichen Kreisläufe durchschreiten und zahlreichen Arten Nahrung und Unterschlupf bieten. Hunderte Käferarten und andere Insekten locken größere Tiere an. Mit Glück erblickst du hier Vögel, vor allem Spechte. Alle sieben heimischen Spechtarten kommen im Hainich vor. Wir hörten es an mancher Stelle im Wald klopfen und sahen auch so einige Spechte aus der Ferne. Sogar die vom Aussterben bedrohten Wildkatzen leben hier noch in kleiner Zahl, ebenso wie Wildschweine und Fledermäuse.

 

Naturführungen und Baumwipfelpfad mit veganem Proviant

 

Kennenlernen kannst du die Tier- und Pflanzenwelt im Hainichpark auf eigene Faust oder in Naturführungen. Zudem gibt es einen Baumkronenpfad, von dem aus du auf Höhe der Baumwipfel über den Wald blicken kannst. Vor dem Pfad steht ein Shop, der ein wenig veganes Proviant anbietet: Nüsse und einen vegan gekennzeichneten Asia-Proteinriegel. Direkt am Eingang zum Baumkronenpfad wurden wir von einem kleinen Frosch begrüßt. Wir staunten nicht schlecht, als derselbe Frosch uns Stunden später beim Verlassen des Parks wieder entgegen hüpfte!

 

Wanderung an einer von vielen Tieren bewohnten Streuobstwiese

 

Wer Tieren begegnen möchte, dem können wir eine Wanderung ab dem Parkplatz Fuchsfarm empfehlen. Dort lockt eine verwilderte Streuobstwiese zahlreiche, auch seltene, Vogelarten an und sogar Igel und Rehe sollen hier leben.

 

Unterkunft und wunderschöne Parks in Bad Langensalza

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den Urlaub einquartiert hatten wir uns in Bad Langensalza, einer bezaubernden Stadt nur einen Katzensprung vom Hainichwald entfernt. Mit ihren zehn Parks und Themengärten trägt die Kur- und Rosenstadt ihren Namen zurecht. Unsere Unterkunft in der Residenz am Kurpark lag direkt am Japan- und Naturgarten. Wir holten uns ein Kombiticket für mehrere Gärten und Tage, so konnten wir jeden Tag mit einem Besuch im Japangarten beginnen und den dort lebenden Kois und Fröschen einen guten Morgen wünschen. Idyllisch sprudelten die Wasserfälle vor dem Kurparkhaus und die Schwalben zogen rufend durch die Lüfte, bis sie sich in der Nacht in ihre unzähligen Nester unterm Dach zurückzogen.

 

In nur wenigen Minuten Fußweg waren wir im Stadtkern. Die historische Altstadt ist hier eindrucksvoll erhalten geblieben. Man kann wunderbar durch die alten Gässchen schlendern und sich in eine andere Zeit träumen. Die perfekte Kulisse für das Mittelalterstadtfest, das hier einmal im Jahr stattfindet, und von dem wir dir später noch mehr erzählen werden. Auch die Stadtbefestigung und der Stadtgraben sind noch erhalten, ebenso wie die alten Wasserläufe und Mühlströme. Beim Spazieren entlang der Stadtmauern entdeckten wir nicht nur jahrhundertealte Bauwerke, sondern auch einen Reiher, der sich auf einer Brücke ausruhte. Du merkst schon, auf einer Stadtbesichtigung in Bad Langensalza gibt es viel Sehenswertes!

 

Vegan einkaufen bei Kaufland und Tegut in Bad Langensalza

 

Unsere Ferienwohnung verfügte praktischerweise über eine vollausgestattete Küche, in der wir selbst kochen konnten. Vor Ort alles einzukaufen war überhaupt kein Problem. Ganz in der Nähe liegt ein gut sortierter Kaufland mit vielen vegan gekennzeichneten Produkten, zum Beispiel Frisch- und Scheibenkäse von Simply V, mexikanische und asiatische Produkte, Aufstriche, pflanzliche Milch, Sahne, Margarine, veganes Eis, Joghurt, Falafel-Bällchen, Hummus, Gemüseschnitzel, eine große Obst- und Gemüseabteilung und vegan geklärte Weine und Säfte. Auch Bioprodukte sind zahlreiche dabei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Richtig gut kauften wir außerdem im Tegut am Marktplatz ein. Dort gibt es fertige, vegane Eintöpfe und Chili sin Carne in Dosen, die sich toll als Wanderproviant machten. Im Kühlregal am Eingang fanden wir Thai-Curry und Asia-Gemüse mit Reis, das nur noch warm gemacht werden muss. Klassisch thüringisch kochen konnten wir dank den vegan gelabelten Thüringer Kartoffelröstis, die hier angeboten werden. Dazu gab es Apfelmus. In den Regalen standen außerdem pflanzliche Milch, Schokolade und anderes Naschwerk, vegane Salami und vegan gelabelte Weine. So lässt es sich leben!

 

 

 

 

 

 

 

 

Restauranttipps mit veganfreundlichem Angebot in Bad Langensalza

 

Das Lokal Santa Lucia direkt in der Altstadt hat einen schönen Biergarten und bietet verschiedene Länderküchen an: Indisch, Italienisch, Griechisch und Deutsch. Die Bedienung war sehr zuvorkommend und erfüllte alle unsere Sonderwünsche. So wurde für uns das indische Vegetable Biryani – Basmatireis mit Gemüse, Cashewkernen und Rosinen – mit Öl statt Butter zubereitet und die Pasta mit Tomatensoße ohne Parmesan serviert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bistro der Friederikentherme, das auch für Nicht-Thermenbesucher zugänglich ist, hat ebenfalls einige leckere vegane Gerichte auf der Karte, zum Beispiel Gemüse mit Röstis, Salat und Cassis-Eis.

 

Vegan schlemmen auf Bad Langensalzas Mittelalterstadtfest

 

Immer am letzten Wochenende im August kannst du auf dem Mittelalterfest in Bad Langensalza in eine längst vergangene Zeit reisen. Die ganze Altstadt verwandelt sich dann in ein fröhliches Spektakel mit dutzenden Ständen, Musik, Aufführungen und Unterhaltung. Auch für Kinder wird einiges geboten.

 

Kulinarisch waren wir sehr positiv überrascht von der riesigen veganen Auswahl. Mehrere Stände schreiben sogar, dass sie Veganes anbieten und es gibt auch einige Stände mit insgesamt rein vegetarischem Angebot.

 

 

 

 

 

 

Geschlemmt haben wir Knoblauchbrot mit Tomatensoße, das man sich ganz nach Wunsch mit scharfer Soße, Jalapeños, Mais, Oliven und Röstzwiebeln selbst belegen kann. Lecker war auch der Vollkornfladen, den es herzhaft mit Knoblauch in Olivenöl, Oliven, Gemüse oder süß mit Pflaumen- oder Apfelmus gab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schön zum über den Markt schlendern sind die knusprigen Kartoffelspieße, die in Erdnussöl frittiert werden. Einer unserer Favoriten waren die Kartoffelklöße mit Pflaumenmus, Zimt und Rotkohl, die gern auch ohne Butter bestellt werden können und dann vegan sind. Im Kartoffelhaus gab es yummy Kartoffelspalten mit verschiedenen Toppings zur Wahl.

 

 

 

 

 

 

 

Etwas trocken fanden wir das Hanfbrot in veganer Variante mit Salat und Hanföl, doch dank der guten Auswahl veganer Getränke ließ sich auch dieses herunterspülen. laugh Es gab jede Menge deutsches Bier, zum Beispiel das hierzulande sehr beliebte Schwarzbier, auch Bio-Bier, und das irische Bier Guinness. Beerenweine, ein Anbieter, bei dem die meisten Weine vegan sind, war mit einem eigenen Stand da, den veganen Met hatten sie aber leider nicht im Gepäck.

 

Trigger-Warnung: Es ist kein rein veganes Fest, hier wird auch Fleisch angeboten und viele der Schausteller wie auch Besucher tragen Trachten aus Pelz oder Leder. Zudem sind Esel und Pferde auf dem Markt.

 

 

Super veganfreundliches Café Cabana am Schwanenteich in Mühlhausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser letzter Ausflugstipp führt ins benachbarte Mühlhausen. Dort wollten wir uns den Schwanenteich ansehen, in dem, wie der Name schon verrät, viele Schwäne, aber auch Gänse, Enten, Blässrallen und Haubentauber leben und viele Fische und – wir geben es zu, hauptsächlich wegen ihnen waren wir da: Wasserschildkröten. Ein paar von ihnen sahen wir immerhin aus der Ferne schwimmen. Du kannst dir auch Boot mieten, um damit über den Teich zu fahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier machten wir auch einen tollen Überraschungspfund: Das Café Cabana mit Blick auf den Teich wirkte so einladend, dass wir hier einen Kaffee trinken wollten. Dabei blieb es dann aber nicht, als wir auf der Speisekarte die vielen veganen bzw. vegan bestellbaren Optionen entdeckten. Der vegane Burger mit Kürbis-Chia-Patty, veganer Mayo und Pommes dazu war echt lecker! Das frittierte Gemüse im Teigmantel schmeckte uns auch sehr. Zudem gibt es noch einen Quinoa-Salat und Toffee-Eis, das auch als Shake zu bekommen ist, und Kaffeegetränke können mit Sojamilch bestellt werden. Ein schönes Café in einer noch schöneren Umgebung!

 

Unterm Strich fanden wir mehr veganes Essen, als wir in einer thüringischen Kleinstadt erwartet hatten. Und die Region ist einfach nur traumhaft mit ihrer Artenvielfalt und unberührten Natur. Vielleicht machst du ja auch bald mal Urlaub im Urwald!

 

Hoch